Ramona Schacht – Vom Bauhaus auf die Krim.
 Eine Bildbefragung zu Alfred Ehrhardts Tabakserien“ in der Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin. Begleitprogramm
Ramona Schacht – Vom Bauhaus auf die Krim.
 Eine Bildbefragung zu Alfred Ehrhardts Tabakserien“ in der Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin. Begleitprogramm

Zwei interessante Veranstaltungen begleiten diese Woche die aktuelle Ausstellung „Ramona Schacht – Vom Bauhaus auf die Krim.
 Eine Bildbefragung zu Alfred Ehrhardts Tabakserien“ in der Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin.

Donnerstag, 8. Oktober 2026 um 19 Uhr:

In der Reihe Literaturhaus der Fotografie: »Feuer gefällig ?«, Lesung und Gespräch mit Melanie Aufenvenne zur Kulturgeschichte des Rauchens, Moderation: Julia Vismann (rbb)

Wie begann die Tabakmanie in Europa? Warum war man im 17. Jahrhundert darauf versessen, stilvoll Rauchkringel zu produzieren? Warum verlor das Rauchen im 18. Jahrhundert seine Bedeutung und wie wurde es zum Kennzeichen für revolutionäre und emanzipierte Frauen im 19. Jahrhundert? Wie wurde so etwas Kleines wie eine Zigarette zu einem Symbol des 20. Jahrhunderts? Und schließlich: Was ist vom Rauchen in der Gegenwart noch übrig?

In ihrer Kulturgeschichte des Rauchens erzählt Melanie Aufenvenne von den Zeiten, in denen der blaue Dunst die Welt verführte und eroberte, Zeiten, in denen Rauchende ihre Sucht genussvoll zelebrieren konnten. Sie lässt die Verehrer des Nikotins wie auch seine Gegner zu Wort kommen, ohne dabei die gängigen Klischees zu bedienen und zeigt, wie das Rauchen unsere Alltagswelt geprägt hat.

Sonntag, 11. Oktober 2026 um 14 Uhr:
»Das neue Rauchen: Ein künstlerischer Blick auf die Gegenwart der Tabakindustrie«
Gespräch mit dem Fotografen Oliver Heise und Steffen Siegel, Professor für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste.

Ausgerechnet einer der größten Tabakkonzerne der Welt wirbt heute mit dem Slogan »It’s time to make smoking history« für eine »smoke free future«. »Make Smoking History« ist auch der Titel einer Kampagne des Cancer Council Western Australia, die seit 2000 versucht, über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens aufzuklären und Hilfe zum Aufhören anbietet.

Die Tabakindustrie hat sich von ihren Versprechen von unbeschwerter Freiheit, Abenteuer und Unabhängigkeit abgewandt und präsentiert sich heute in ganz anderer Gestalt. Wissenschaftliche Studien, Erklärvideos und Flagship-Stores werden Teil einer Ästhetik, die von einer scheinbar glatten und makellosen Oberfläche gekennzeichnet ist. Die Industrie reagiert auf Restriktionen, passt Marketingstrategien an und nimmt durch Lobbyarbeit Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse.

In seinem künstlerischen Projekt »Doubt is our product« nimmt Oliver Heise diese Entwicklungen zum Anlass für eine fotografische Auseinandersetzung mit den visuellen Strategien und der Warenästhetik gegenwärtiger Tabakprodukte. »Doubt is our product« ist ein Versuch, das Wechselspiel zwischen politischer Regulierung, Lobbyarbeit und neuen Marketingstrategien kritisch in den Blick zu nehmen.

Im Gespräch mit Steffen Siegel gibt Oliver Heise Einblick in seine Recherchen zur Tabakindustrie unserer Gegenwart und seine Strategien, sich mit ihr künstlerisch auseinanderzusetzen.

Die Stiftung bittet um Anmeldung unter info@aestiftung.de

Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststraße 75
10117 Berlin