Die Deutsche Gesellschaft für Photographie ehrt die amerikanische Kuratorin und Autorin sowie das Museum in Washington D. C.
Köln, 20. August 2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) verleiht die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026 an die amerikanische Kuratorin Sarah Greenough und die National Gallery of Art. Die Auszeichnung würdigt eine Persönlichkeit und eine Institution von internationalem Rang, die gemeinsam eine bedeutende Sammlung geschaffen und diese durch Forschung, Ausstellungen und Publikationen einem breiten Publikum zugänglich gemacht haben.
Die Auszeichnung geht an das Museum, das – mit der Gründung einer eigenen Abteilung für Fotografie 1990 unter Sarah Greenough – die Fotografie als gleichberechtigte Sammlungssparte neben Malerei, Skulptur, Druckgrafik und Zeichnungen etabliert hat und an Sarah Greenough, die durch Engagement und ihre herausragenden kuratorischen Leistungen, die Fotografie als eigenständige Sammlungs- und Ausstellungssparte nicht nur mit aufbaute, sondern maßgeblich prägte.
Sarah Greenough war bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2026 Senior Curator und Leiterin der Abteilung für Fotografie an der National Gallery of Art. Bevor sie zum Museum kam, erhielt Greenough ihren B.A. an der University of Pennsylvania und ihren M.A. und Ph.D. an der University of New Mexico, wo sie bei dem bekannten Fotohistoriker Beaumont Newhall studierte. 1990 wurde sie Gründungskuratorin der Fotoabteilung und war für den Aufbau und die Erweiterung der Fotosammlung der National Gallery verantwortlich, die zwischen 1839 und heute entstanden ist. Sie etablierte auch das Programm für Fotografie des Museums, das bis heute jährlich eine bis zwei Ausstellungen sowie zahlreiche kleinere Präsentationen zeigt. Die Fotografie hat damit einen dauerhaften, sichtbaren Platz im Ausstellungsprogramm des Museums erhalten.
Auch als Institution blickt die National Gallery of Art auf eine herausragende Entwicklung in der Fotografie zurück: Seit dem Beginn der gezielten Sammeltätigkeit 1990 ist der Bestand auf mehr als 25.000 fotografische Werke angewachsen, die die Geschichte des Mediums von seinen Anfängen im Jahr 1839 bis in die Gegenwart abbilden.
Mit der Eröffnung von einer Reihe von Gallerien im West Building im Jahr 2004 erhielt die Fotografie einen festen Platz für die dauerhafte Präsentation im Museum. Das Ausstellungs- und Publikationsprogramm der Abteilung zählt heute zu den international renommiertesten seiner Art – eine Entwicklung, die 2015 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Abteilung mit drei großen Ausstellungen sowie der Publikation The Altering Eye: Photography at the National Gallery of Art gewürdigt wurde.
Unter Greenoughs kuratorischer Verantwortung realisierte das Museum zahlreiche vielbeachtete Ausstellungen zu zentralen Positionen der Fotografie-Geschichte, darunter Alfred Stieglitz (1983), On the Art of Fixing a Shadow: 150 Years of Photography (1989), The Art of Paul Strand (1990), Modern Art and America: Alfred Stieglitz and His New York Galleries (2001), André Kertész (2005), Irving Penn: Platinum Prints (2005), Looking In: Robert Frank's "The Americans" (2009), "Beat Memories: The Photographs of Allen Ginsberg" (2010), „Sally Mann: A Thousand Crossings“ (2018), with Sarah Kennel, and „American Silence: The Photographs of Robert Adams“ (2021).
Neben ihrer kuratorischen Arbeit ist besonders Greenoughs Wirken als Autorin und Herausgeberin hervorzuheben. Zu ihren zentralen Publikationen zählen „Alfred Stieglitz: The Key Set" (2002), das die fotografische Sammlung Stieglitz' an der National Gallery umfassend erschließt, sowie „My Faraway One: Selected Letters of Georgia O'Keeffe and Alfred Stieglitz" (2011). Weitere Werke wie „Walker Evans: Subways and Streets" (1991), „All the Mighty World: The Photographs of Roger Fenton, 1852–1860" (2004) und „The Altering Eye: Photographs from the National Gallery of Art" (2015, gemeinsam mit Sarah Kennel, Andrea Nelson, Diane Waggoner und Philip Brookman) gelten international als Referenzwerke der fotohistorischen Forschung.
Greenoughs Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet: unter anderem mit dem Publications Award des International Center of Photography für On the Art of Fixing a Shadow, dem George Wittenborn Memorial Book Award für „Alfred Stieglitz: The Key Set" sowie – gemeinsam mit Diane Waggoner – den Alfred H. Barr, Jr. Award der College Art Association für den Katalog „The Art of the American Snapshot: 1888–1978". Für „Looking In: Robert Frank's 'The Americans'" wurde sie mit dem Outstanding Museum Catalogue of the Year der Association of Art Museum Curators (2009) sowie dem Infinity Award for Publications des International Center of Photography (2010) geehrt.
Verleihung
Die Verleihung findet am 24. Oktober 2026 im Rahmen der DGPh Photography Awards im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) statt. An diesem Tag werden dort außerdem der Kulturpreis 2026, der Dr. Erich Salomon-Preis 2026 und der Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie verliehen.
Die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography – von dem international renommierten Fotoexperten Manfred Heiting (DGPh) initiiert und gefördert – wurde 2025 erstmals vergeben, an die niederländische Kuratorin Mattie Boom und das Rijksmuseum. Die Auszeichnung würdigt eine Institution sowie die außerordentlichen Leistungen einer Persönlichkeit von internationalem Rang, die dort eine qualitativ hochwertige Sammlung aufgebaut und sie durch Forschung, Ausstellungen und Publikationen einem interessierten Publikum zugänglich gemacht hat.
Über die National Gallery of Art
Die National Gallery of Art ist das Kunstmuseum der Vereinigten Staaten von Amerika und lädt alle Menschen dazu ein, Kunst und Kreativität zu entdecken. Mit ihrer renommierten Sammlung, den Sonderausstellungen und öffentlichen Programmen vermittelt die Institution die sich stetig wandelnde Geschichte davon, wie Kunst Amerika und die Welt reflektiert. Die Sammlung der National Gallery umfasst mehr als 160.000 Werke und reicht von der klassischen bis zur zeitgenössischen Kunstgeschichte des Westens. Sie enthält einige der bedeutendsten und ikonischsten Kunstwerke überhaupt und stellt eine einzigartige kulturelle Ressource für die amerikanische Nation dar.
Die National Gallery of Art wurde als Geschenk an das amerikanische Volk gegründet. Ihre Konzeption geht auf Andrew W. Mellon zurück, einen Finanzier und Kunstsammler, der von 1921 bis 1932 unter drei Präsidenten als Finanzminister amtierte und davon überzeugt war, dass die Vereinigten Staaten über ein nationales Kunstmuseum von Weltrang verfügen sollten. Im Jahr 1936 schrieb Mellon an Präsident Franklin D. Roosevelt und bot an, seine Kunstsammlung zu stiften, um ein neues Museum zu begründen, das mit seinen eigenen Mitteln errichtet und finanziert und auf Bundesgrund in Washington, D.C., gebaut werden sollte. Am 17. März 1941 weihte Präsident Roosevelt das erste Gebäude der National Gallery ein, das vom amerikanischen Architekten John Russell Pope entworfen worden war und heute als West Building bekannt ist.
Das East Building wurde hinzugefügt, um der wachsenden Sammlung moderner Kunst und den wissenschaftlichen Programmen der National Gallery Raum zu bieten. Das von dem Architekten I. M. Pei entworfene Gebäude wurde am 1. Juni 1978 von Präsident Jimmy Carter eingeweiht. Heute beherbergt das East Building die bedeutende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst der National Gallery, ihre Bibliothek und Archive sowie das Center for Advanced Study in the Visual Arts (CASVA), ein renommiertes kulturwissenschaftliches Forschungsinstitut, das 1979 gegründet wurde.
Die National Gallery of Art ist heute eines der meistbesuchten Kunstmuseen der Welt; jährlich besuchen mehrere Millionen Menschen die unterschiedlichen Ausstellungen. Die renommierte Sammlung umfasst über 160.000 Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart. Erklärte Mission des Museums ist es, Kunst und Kreativität für alle Menschen niedrigschwellig zugänglich zu machen.
Über die DGPh
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ist ein eingetragener Verein mit rund 1.200 Mitgliedern in ganz Deutschland und Sitz in Köln. Die DGPh setzt sich für die Förderung der Fotografie als Kulturgut und damit die Stärkung ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung ein. Die Aktivitäten setzen einen Fokus auf die Vermittlung fotografischer Themen an die Fachöffentlichkeit und die Gesellschaft sowie die Reflexion und Diskussion aktueller Entwicklungen wie Digitalisierung, KI und neue Bildmedien. Sie sind auf die vielfältigen Anwendungsgebiete des Fotografischen in Kunst, Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik ausgerichtet sowie auf deren Schnittstellen und Wechselwirkungen. Als zentrale Instanz für die Vermittlung wegweisender fotografischer Leistungen in der Öffentlichkeit vergibt sie jährlich mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter den Kulturpreis, den Dr. Erich Salomon-Preis und die Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography.
Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V.
Regina Plaar, regina.plaar@dgph.de
Rheingasse 8–12, 50676 Köln – www.dgph.de
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| Pressemitteilung Manfred Heiting Medal_Sarah Greenough_National Gallery of Art | 110.13 KB |
