
Photobook 2026 | Symposium zum Fotobuch in der Staatsbibliothek zu Berlin
Tomorrow Will Be Yesterday – Panel Talk und Photo Slam im Fotografiska
Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums hat die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) mit zwei Veranstaltungen in Berlin am 19. September aus unterschiedlichen Perspektiven Fragen rund um aktuelle Entwicklungen und Zukunftsfragen der Fotografie in den Blick genommen.
Bei dem Symposium „Photobook 2026“ in der Staatsbibliothek zu Berlin stand dabei das Fotobuch als physisches und künstlerisches Medium mit Blick auf die Veränderungen durch neue Technologien und wirtschaftlichen Druck im Fokus. Von der Staatsbibliothek ging es ins Fotografiska, wo der Blick auf die Fotografie von heute und ihre Bedeutung in der Zukunft gerichtet wurde.
Photobook 2026
Nach der Eröffnung des Symposiums durch Prof. Dr. Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin, lieferten Beiträge von Gerhard Steidl, Markus Schaden, Helmut Völter und Nikita Teryoshin am Vormittag Einblicke aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Zum Tagesprogramm gehörte außerdem die Vorstellung der Berlin Summer School of Photography. Über die Zukunft des Fotobuchs sprachen heDen Abschluss bildete eine Gesprächsrunde mit Thomas Gust, Nadine Barth, Helmut Völter, Nikita Teryoshin und Markus Schaden. Deutlich wurde dabei, dass die aktuellen Herausforderungen des Fotobuchmarkts nicht den Bedeutungsverlust, sondern den Wandel seiner Produktions- und Rezeptionsbedingungen markieren. Neue Vertriebswege und Zielgruppen entstehen, während die physische Präsenz und Dauerhaftigkeit des Fotobuchs seine besondere Qualität als künstlerisches Medium ausmachen.
Photography Today | Tomorrow Will Be Yesterday – Panel Talk und Photo Slam im Fotografiska
Unter dem Titel „Photography Today — Tomorrow?“ diskutierten Claire Ducresson-Boët, Verena Brüning, Boris Eldagsen und Valentin Gienger im Ballroom des Fotografiska über die Veränderungen der Fotografie zwischen künstlerischer Praxis, Institutionen und Markt. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Autor*innenschaft, Authentizität und Erinnerung sowie die Auswirkungen digitaler Bildproduktion und künstlicher Intelligenz auf das fotografische Medium.
Für den Photo Slam „Tomorrow Will Be Yesterday“ wählte eine international besetzte Jury zwölf fotografische Positionen aus rund 200 Einsendungen eines internationalen Open Calls aus. Gesucht wurden Arbeiten, die sich mit Übergängen, Veränderungen und aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen und möglicherweise einmal als visuelle Dokumente unserer Gegenwart gelesen werden.
Die ausgewählten Serien von Ingeborg Everaerd, Jana Islinger, Natalia Kepesz, Simen Lambrecht, Barkat Mehra, Jasmina Mirasevic, Nora Obergeschwandner, Briar Pine, Oliver Raschka, Carlo Rusca, Valerie Schmidt und Thomas Wrede wurden als von Wolfgang Zurborn sequenzierte Slideshow auf der großformatigen LED-Wand des Fotografiska-Ballrooms präsentiert.
Mit den beiden Berliner Events hat die DGPh unterschiedliche Dimensionen der Fotografie zusammengeführt: ihre materielle Beständigkeit im Fotobuch ebenso wie ihre tiefgreifende Veränderung durch digitale Technologien. Im Mittelpunkt stand dabei eine zentrale Frage: Welche Bilder unserer Gegenwart werden die Erinnerung an unsere Zeit prägen?
