Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Exemplarisch für ihr Werk ist die 1978/79 entstandene Serie In and Around the House. Die Werkgruppe mit 56 Schwarz-Weiß-Fotografien, die im Zentrum der Ausstellung steht, zeigt eine Puppenfrau bei unterschiedlichen Tätigkeiten in ihrem trauten Puppenheim. Die Ausstellung Laurie Simmons. Dollhouse Photographs, die in Kooperation mit der Sammlung Goetz entstand, zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.
Die Werkgruppe In and Around the House von Laurie Simmons ist eine ihrer frühesten Serien und gilt als richtungsweisend für ihr späteres Schaffen. Bereits hier zeigen sich zentrale Themen wie inszenierte Innenräume, Puppen als Protagonisten und die Faszination für das Puppenhaus als Parallelwelt.
Auf 56 Fotografien entfaltet sich ein vielfältiges und nicht immer alltägliches Szenario. Die Bilder scheinen Begebenheiten aus dem Tagebuch einer Hausfrau zu erzählen, die in einem verspielten Interieur der 1950er-Jahre weitaus mehr erlebt, als man vermuten würde. Simmons erzählt von den Dramen und Geschichten, die sich im Haus abspielen könnten, und von den Gefahren, denen sich die Dame des Hauses täglich aussetzt. Auf einem der Bilder liegt zerbrochenes Geschirr auf dem Boden und die reglose Hausfrau daneben. Was ist hier wohl passiert?
Die im Schlafzimmer herumstehenden Stilettos auf einem anderen Bild scheinen dagegen stumme Zeugen einer rauschenden Ballnacht zu sein. Mit ihrer Serie In and Around the House entfaltet Simmons ein vielschichtiges Panorama, das die Fantasie der Betrachtenden zu immer wieder neuen Geschichten anregt.