Auszeichnung: Otto-Steinert-PreisJahr: 1995Ausgezeichnet wurde: Arwed Messmer

Arwed Messmer erhielt für seine Arbeit "Panorama einer Stadt im Übergang" den Otto-Steinert-Preis 1995.


Messmer stellt in seinem "Panorama einer Stadt im Übergang" die deutsche Hauptstadt ohne die bekannten historischen Kulissen, ohne die Szenerie der touristischen Wahrzeichen und ohne die Medienstatisten des Mauerjubels dar.

Seine urbanen Landschaftsfotografien bringen Kunde von einem Berlin in der ungewissen Epoche nach der Vereinigung, als neuem preußisch-deutschem Urzustand, sie kreisen die Archäologie einer Weltstadt ein, die Ohnmacht und Macht der Verwüstung, das Pathos des ruinenlosen Bruchstücks, den Schrei des leergeräumten Schlachtfeldes. Die Opfer sind entfernt und die Rudimente der vormaligen Zivilisationsstufe getilgt, die Erinnerung förmlich in Grund und Boden gestampft. Die Ohnmacht des Zerstörten weicht der Macht des Umbaus, der neue hölzerne Mauern geldgestützt um die Konsum- und Dienstleistungspaläste von Morgen zieht.