Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) verleiht die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2025 an die niederländische Kuratorin Mattie Boom und das Rijksmuseum in Amsterdam. Mit der Auszeichnung wird Mattie Boom für ihr anhaltendes Engagement für die Fotografie und ihre herausragenden kuratorischen Leistungen am Rijksmuseum Amsterdam gewürdigt. In den vergangenen Jahrzehnten hat das Rijksmuseum unter ihrer visionären Leitung eine bemerkenswerte Sammlung aufgebaut, zahlreiche wichtige Ausstellungen veranstaltet und umfangreiche Kataloge und Studienreihen veröffentlicht, die das 19. und 20. Jahrhundert abdecken und sich zusätzlich auf zeitgenössische Trends konzentrieren.
Als erste Fotokuratorin des Rijksmuseums in Amsterdam begann Mattie Boom 1994 mit dem Aufbau der fotografischen Sammlung des Museums und prägte in den folgenden Jahren maßgeblich das Profil der Fotosammlung. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen hat sie so für das Rijksmuseum eine der bedeutendsten Fotosammlungen Europas aufgebaut.
Mehr als 200.000 Positionen aus der Zeit von 1839 bis in die Gegenwart umfasst die Sammlung des Rijksmuseums heute, darunter ikonische Fotografien von Diane Arbus, Isaac Asser, Richard Avedon, Samuel Bourne, Ed van der Elsken, Robert Frank, Nan Goldin, Dorothea Lange, Man Ray, Paul Strand, Linnaeus Tripe und Carles Watkins, aber auch Arbeiten von Amateurfotograf*innen. Zur fotografischen Sammlung des Rijksmuseums gehören außerdem über 1.200 Bilder aus Indien, China, Pakistan, Bangladesch, Myanmar, Singapur, Sri Lanka, Surinam, Nepal, Bhutan und Tibet. Hinzu kommen mehr als 20.000 Fotobücher aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert. Mattie Boom hat den Fotobestand im Rijksmuseum nicht nur stetig erweitert, sie hat vor allem auch dazu beigetragen, die Fotografie als eigenständige Kunstform im musealen Kontext zu etablieren.
Zu den herausragenden Ausstellungen unter ihrer Leitung gehören u.a. Modern Times – Photography in the 20th Century (2014), New Realities – Photography in the 19th Century (2017), Everyone a Photographer – Amateurfotografie in den Niederlanden (2019), New Horizons – Zeitgenössische Fotografie im Fokus (2023) sowie die jüngste Ausstellung American Photographs, die im Frühjahr 2025 eröffnet wurde. Die international beachteten Ausstellungen sind geprägt durch ihre präzise wissenschaftliche Recherche, gesellschaftspolitische Relevanz und eine visuell eindrucksvolle Präsentation. Als erste nicht amerikanische Kuratorin wurde sie 2023 gemeinsam mit ihrem Kollegen Hans Rooseboom, mit dem AIPAD Award ausgezeichnet.
„Die Kunst und das Handwerk der Fotografie werden in unzähligen privaten und öffentlichen Museen und Kultureinrichtungen sorgfältig erforscht, gesammelt, bewahrt, archiviert, ausgestellt, beschrieben und dokumentiert. Den Kurator*innen und Expert*innen, die hinter dieser Arbeit stehen, kommt eine bedeutende Schnittstellenfunktion zu — sie bewahren unsere Geschichte und Identität, klären das Publikum auf und dienen dem Allgemeinwohl. Ihnen gebührt unsere höchste Bewunderung und unser Respekt“. Manfred Heiting, Los Angeles, 17. Juli 2025
Neben ihrer Arbeit als Kuratorin ist die Autorinnentätigkeit von Mattie Boom hervorzuheben. Ihre Publikationen, darunter Dutch Eyes (2007), Modern Times (2014) und New Realities (2017), gelten international als Referenzwerke und wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Paris Photo–Aperture Foundation Photobook Award.



