Beschreibung

Was wir unter Freiheit verstehen, scheint keine Konstante, vielmehr resultiert unser Verständnis aus sich wandelnden Konzepten, die von Geschichte, Traditionen, Rezeption und gegenwärtiger Situation bestimmt wird. Freiheit ist also, je nach der Perspektive aus der sie sich herleitet, sehr unterschiedlich.
Allgemein wird heute Freiheit als ein Zustand interpretiert, in dem jemand frei von persönlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen ist, also in einem gesellschaftlich höchstmöglichen Maße unabhängig ist und sich in seinem Willen und seinen Entscheidungen nicht eingeschränkt fühlt.
Stellen wir uns die Frage „Freiheit wovon?“ und „Freiheit wozu?“, ergeben sich unterschiedliche Perspektiven, Kategorien und Bedingungen von Freiheit, die sich auch auf ein Inneres und Äußeres beziehen: Mit Freiheit von Gewalt, Zwang, Bevormundung haben wir eine politische Kategorie und damit die Frage nach der Verfasstheit des Staates, seines Rechts-, Sozial- und Bildungssystems. Auch die Sicherung der persönlichen Freiheit und die Legitimation zum Schutz aller in diese Freiheit einzugreifen, gehören in dieses Feld.
Darüber hinaus aber sind Menschen auch von irrationalen Bedürfnissen und Begierden getrieben: Ängste, Unwissenheit, Trägheit und Empathielosigkeit machen Menschen in einem existenziellen Sinne unfrei. Die von Martin Heidegger analysierten sogenannten „Existenzialien“ umfassen nicht nur die Angst, die Sorge, die Abhängigkeit von der Meinung anderer, das uns bestimmende „Man“, sondern auch die prinzipielle Begrenztheit unseres Daseins.
Das Ausstellungsprojekt will sich mit den Themen der individuellen Freiheit, den gesellschaftlichen Freiheiten, der künstlerischen Freiheit und der Freiheit der Kunst, aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen.
Ziel ist es eine Diskussion über unser heutiges Verständnis von Freiheit anzuregen. Es geht darum sichtbar zu machen, dass unsere individuelle Vorstellung von Freiheit teilweise von Gegensätzen, utopischen Ansprüchen und Widersprüchen geprägt ist. Dazu kommen andere Dimensionen der Globalisierung, Liberalisierung und Digitalisierung, die eine größere Komplexität von Weltsicht und Welterfahrung erfordern und gleichzeitig individuelle Widersprüchlichkeiten zur Freiheit aufzeigen. Individuelle Freiheitsrechte, die für sich selbst eingefordert werden, aber anderen verweigert werden, sind hier nur ein Beispiel.
Bodo Rau, Kurator

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© Kurt Buchwald (DGPh)Die Freiheit, frei zu sein -

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