Sean Hemmerle Nabatieh, Lebanon, 2007 Archival digital pigment print Ed. of 5 37 x 46.1 cm (43.2 x 52.5 cm)
Sean Hemmerle Nabatieh, Lebanon, 2007 Archival digital pigment print Ed. of 5 37 x 46.1 cm (43.2 x 52.5 cm)
Eröffnungsdatum
Fotograf / Fotografin
Sean Hemmerle
Ausstellungsdatum
-
Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

Seit über zwanzig Jahren widmet sich der US-amerikanische Fotograf Sean Hemmerle (*1966) mit seiner Serie Hoops [engl. für Basketballkorb und auch das Spiel als solches], dem Thema Basketball als internationalem, grenz-, sprach- und religionsübergreifendem kulturellem Phänomen. Das erste Bild der Serie entstand 2003. Hemmerle dokumentierte damals Krisengebiete und war deshalb in den Irak gereist. Beim Anblick eines Basketballfeldes in Bagdad kam ihm der Gedanke, dass es sich – vor dem Hintergrund des umstrittenen Agierens der Bush-Administration – bei diesem Sport vielleicht um den bedeutendsten kulturellen Export der USA handeln könnte. Seitdem hat Hemmerle Basketballplätze quer über den nordamerikanischen Kontinent dokumentiert, von Arizona bis New Hamshire, von Texas bis Kanada, sowie vierzehn weitere Länder in Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika bereist, um dort mit den Hoops das festzuhalten, was er als Symbol für „eine bessere Form der amerikanischen Diplomatie“ begreift, da sie die eigentliche Vielfalt und den Geist seiner Heimat deutlich angemessener in der Welt zu repräsentieren vermögen als alle anderen Exportgüter. Nicht das Recht des Stärkeren, sondern ein hohes Maß an Teamgeist und die Integration jedes einzelnen Spielers in die Mannschaft zeichnen diesen Sport aus, der 1891 von einem Kanadier in Springfield, Massachusetts erfunden wurde und während des 20. Jahrhunderts zu einer der weitverbreitetsten Mannschaftssportarten weltweit avancierte. 


Der namensgebende Protagonist der Serie – die ebenso simple wie ikonische Konstruktion aus Ständer, Backbord und Korb – wird von Hemmerle jeweils frontal aufgenommen und in das Zentrum des Bildes gesetzt. Doch ist es der sie umgebende Raum, der in seinen Bildern eine ebenso große Bedeutung gewinnt, d.h. die Landschaft oder die urbane Struktur, in der sich der Hoop befindet. Unwillkürlich beginnt der Betrachter, den Umraum – es sind ausschließlich öffentlich zugängliche Freiplätze, die Hemmerle fotografiert – nach Hinweisen abzusuchen, die eine örtliche Ein- und Zuordnung erlauben. Schriftzeichen sowie die landestypische Architektur, Landschaft und Vegetation dienen hier als Anhaltspunkte. Das stets gleiche, universelle Bauprinzip des Hoops, ob fotografiert in Hebron oder Reykjavik, in Köln oder in der Bronx, sowie der einheitliche, betont sachliche Aufnahmemodus Hemmerles laden zu einem vergleichenden Sehen ein. Dieses wird durch die Hängung der Bilder in Form eines Tableaus weiter begünstigt. Unverkennbar wird hier die Traditionslinie sichtbar, in der Hemmerles Werk steht. Die Aufnahmen Bernd und Hilla Bechers, in denen die aufgenommene Industriearchitektur zur „anonymen Skulptur“ wird, sind hier ebenso zu nennen wie die New Topographics, die in ihren Bildern den Eingriffen in die vom Menschen veränderte Landschaft nachspürten.

Sean Hemmerles Arbeiten wurden international ausgestellt, sie befinden sich in privaten Sammlungen (u.a. von Elton John und Martin Margulies) ebenso wie in institutionellen, darunter in der des Museum of Modern Art, New York, des International Center of Photography, New York und des Museum of Fine Arts, Houston. Seine Fotografien wurden u.a. in Time und im The New York Times Magazine veröffentlicht.  (Auszug Pressetext)