1987 begann die Fotografin Konstanze Göbel (*1950), die Stadt Halle (Saale) und ihre Menschen in einfühlsamen Bildern zu dokumentieren. Auftraggeber war der Rat des Bezirkes Halle, der das Zusammentreffen von neuer und alter Architektur festhalten wollte – mit einem positiven Blick auf die Neubauten und die Umbruchsituation in der Stadt. Das Projekt sollte als Kontrapunkt zu Helga Paris (*1938–2024) Fotoserie „Häuser und Gesichter. Halle 1983–85“ dienen, die 1986 eine hitzige Debatte ausgelöst hatte.
Doch auch Göbels Aufnahmen zeigen eine Stadt voller Widersprüche in klaren, oft nachdenklich stimmenden Bildern. Halles Innenstadt litt unter einem jahrelangen Sanierungsstau, viele der Altbauten waren in einem desaströsen Zustand. Durch die Nähe zum größten DDR-Industriekomplex lag stets ein grauer Schleier über der Stadt und die Luft war diesig. Göbels Fotografien fangen nicht nur die visuelle Anziehungskraft dieses urbanen Panoramas ein, sondern auch die herausfordernde Lebenssituation seiner Bewohner*innen. Erstmalig wird die gesamte Serie aus 50 Fotografien in Halle (Saale) ausgestellt.
Eine Ausstellung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Halle.