Mit dieser Bildersammlung aus den Zeiten der deutsch-deutschen Teilung meldet sich in einem zunehmend polarisierenden Diskurs über Ost und West eine versöhnliche Stimme zu Wort. Die Kuratorin und Journalistin Petra Göllnitz (DGPh) hat mehr als 200 berühmte wie unbekannte Fotografien zusammengefügt, die in Summe vor allem eines dokumentieren. Nämlich wie ähnlich sich die Menschen im Westen und Osten trotz Stacheldraht und Mauer waren (und sind).
Die Ausstellung handelt von Unterschieden, Überschneidungen, Übergängen und Zusammenhängen zwischen deutschen Biografien östlich und westlich der einstigen innerdeutschen Grenze. Ein hochemotionaler, oft humorvolle Charakter prägt die Bilderzählung insgesamt – ein kraftvoller Beitrag zum aktuellen Gesellschaftsdiskurs.
Es ist eine Zeitreise voller Humor, Menschlichkeit und ein bisschen Melancholie.
Den Besucher erwartet ein visueller Trip in den für ihn jeweils unbekannten Teil des Landes. Die Fotos und Themen erheben keinen historischen Anspruch und auch keinen auf Vollständigkeit. Sie geben aber unerwartete und skurrile Einblicke in das Leben von Bundes- und DDR-Bürgern. Ein gesamtdeutsches Kaleidoskop.
Über die Kuratorin Petra Göllnitz
Petra Göllnitz spaziert in diesem Buch wie im Leben zwischen Ost und West. Und das seit Jahrzehnten. Sie wuchs in Chemnitz auf, studierte nach dem Abitur Kulturwissenschaft, arbeitete als Veranstalterin, für Dokumentarfilmer und das Kultur-Magazin “Das Magazin” in Ost-Berlin. Ihr Fokus, Interesse und Passion schon damals: die Fotografie.
Seit 2019 ist sie frei als Kuratorin für Ausstellungen und Fotoprojekte (“Der große Schwof”) tätig. Ihre bunte und bewegte Biografie erklärt also ihren Blick sowohl für den Osten als auch für den Westen. Beides war und ist Heimat für sie.
Zur Ausstellung erscheint im Kehrer Verlag ein umfangreiches Buch mit Texten von Annett Gröschner, Christoph Tannert, Hans-Hermann Klare und Petra Göllnitz.
Der Ausstellungskatalog stellt Aufnahmen aus den Jahren 1945 bis 1989 in direkten Dialog. In diesem spannungsvollen Nebeneinander entfaltet sich ein visueller Austausch über Kindheit und Jugend, Arbeits- und Lebenswelten, Protest, Politik, Mode und Alltag. Jede Fotografie aus dem Osten trifft auf ihr Gegenüber im Westen, was überraschende Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar werden lässt. Die Bildfolge erzählt von den Entbehrungen der Nachkriegszeit, den Aufbaujahren und dem wiedererwachenden Temperament der Gesellschaft. Sie lässt ebenso das Trauma der Teilung spürbar werden wie Restriktionen und Formen von Freiheit auf beiden Seiten der Mauer. Was entsteht, ist kein konkurrierender Vergleich, sondern ein ungewöhnlich unterhaltsamer, künstlerischer und biografischer Resonanzraum.
Ab 20. Juni 2026 im Kunstmuseum Ahrenshoop zum Vorteilspreis von 39 € (Buchhandelspreis 48 €) erhältlich. (Auszug Ankündigungstext)