„Ich werde niemals alles erzählen. Du würdest weinen, wenn ich dir alles erzählen würde.“
Hannes Jung (DGPh) nähert sich in seiner künstlerischen Arbeit den Geschichten von Männern an, die während des Krieges in Bosnien und Herzegowina in den 1990er Jahren sexualisierte Gewalt erlitten haben – Traumata, die lange ignoriert und tabuisiert wurden oder im Schweigen verborgen blieben.
Hannes Jung studierte Fotografie in München, Valencia sowie Hannover. Jung verbindet journalistische Auftragsarbeiten mit eigenen künstlerischen Projekten. Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist die Frage, wie Erinnerungen, Traumata und politische Strukturen sowohl das Leben von Individuen und ganzen Gemeinschaften in der Vergangenheit prägten als auch deren Gegenwart beeinflussen. Jungs Werke waren bereits in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen zusehen. Er erhielt Stipendien, Projektförderungen und Preise, unter anderem den Lotto Brandenburg Kunstpreis Fotografie 2025. Jung unterrichtet Fotografie an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin und an der Hochschule Magdeburg-Stendal.