SchattenDAsein
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Eröffnungsdatum
Redner*in
Antje Papist-Matsuo und Gastkurator Ronald Kiwitt M.A.
Fotograf / Fotografin
Bernard Langerock
Ausstellungsdatum
-
Kategorie
Subjektive Photographie
Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

Bernard Langerock: Erzählungen in chinesischem Lack – Fotografien von Bernard Langerock

Die Ausstellung Erzählungen in chinesischem Lack – Fotografien von Bernard Langerock versammelt fotografische Arbeiten, die zwischen 2013 und 2023 in den chinesischen Metropolen Chongqing, Chengdu und Peking entstanden sind. Sie zeigen eine künstlerische Auseinandersetzung, die an der Oberfläche beginnt und in die Tiefe führt — denn was Langerock interessiert, ist nicht allein das handwerkliche Objekt, sondern das, was sich in ihm widerspiegelt: eine Kultur im Übergang, ein Land zwischen Tradition und radikalem Wandel. Lack ist in China mehr als ein Material. Er steht für Geduld, für Schichtung, für Schutz und Verzierung. Bernard Langerock nutzt ihn als bildnerischen Katalysator. In seinen Fotografien wird Lack zur Projektionsfläche für Licht, Raum und Bewegung – und zugleich zum Symbol für das Wesen Chinas selbst: vielschichtig, wandelbar, spiegelnd. Mal tritt er als glänzende Oberfläche in Erscheinung, mal als matter Grund, auf dem sich Alltagsszenen, architektonische Fragmente oder stille Momente brechen. Die Bilder gewinnen dadurch eine malerische Qualität, die zwischen Abstraktion und Dokumentation schwebt. Die Begegnung mit dem Künstler Yang Shu und das Arbeitsumfeld des Organhaus in Chongqing prägten Langerocks Blick seit 20213 nachhaltig. In diesem offenen Atelier- und Austauschraum verdichtete sich sein Interesse an den unsichtbaren Verbindungen zwischen Handwerk, Technik und menschlichem Ausdruck. Seine Kamera wird dabei nicht zum distanzierten Werkzeug, sondern zum Medium einer behutsamen Annäherung – an eine Stadt, an eine Arbeitsweise, an eine andere Zeitwahrnehmung. Die Berliner Ausstellung in der Galerie Le Pont konzentriert sich auf Werke aus Langerocks prägenden Jahren und ergänzt diese durch ausgewählte Objekte, die den Dialog zwischen Fotografie und materialer Kunst weiterdenken. Kuratiert von Ronald Kiwitt, entsteht ein Rundgang, der die Besucherinnen und Besucher einlädt, China nicht als feststehendes Bild, sondern als lebendigen, sich immer wieder neu brechenden Reflex zu erfahren. Bernard Langerock verbindet in seinen Arbeiten eine strenge kompositorische Haltung mit sinnlicher Offenheit. Seine Bilder verlangen kein vorschnelles Verstehen – sie laden ein zum Verweilen, zum genauen Hinsehen, zum Eintauchen in eine Welt, die sich erst im Spiegel des Lacks ganz zeigt. (Text: Gastkurator Ronald Kiwitt M.A.)