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In einer dialogischen Doppelausstellung präsentiert das Museum für Photographie Braunschweig die fotografisch künstlerischen Werke von Elina Brotherus (*1972 in Helsinki, Finnland, lebt und arbeitet in Helsinki und Avallon, Frankreich) und Angelika Platen (DGPh) (*1942 in Heidelberg, lebt in Berlin und Südfrankreich).
In unterschiedlicher Weise beschäftigen sich die beiden Künstlerinnen mit dem Themenfeld des Porträts und fokussieren Aspekte der Individualität von Künstler*innen und ihren Werken, von Kunst und Identität, von Kunst und Gesellschaft. Während Angelika Platen als wichtige Bildchronistin und Porträtfotografin der Entwicklung der zeitgenössischen Kunst seit den späten 1960er Jahren angesehen werden kann, widmet sich Elina Brotherus dem Themenfeld Porträt und der Auseinandersetzung mit künstlerischen Identitäten in Form von metaphorisch subtilen Selbstinszenierungen. Ikonische Bildaspekte, repräsentative Momente und künstlerische Werkzusammenhänge erscheinen in assoziative Bilder überführt.
Torhaus 1
Angelika Platen – Porträts und Dokumentationen von Kunst-Aktionen der späten 1960er bis frühen 1970er Jahre.
Angelika Platen gehört mit ihren Porträts von Künstler*innen der internationalen Gegenwartskunst zu einer der wichtigen Fotograf*innen zeitgenössischer Fotografie. Ihre Porträts lassen Begegnungen mit der Individualität künstlerischer Persönlichkeiten in authentischen und kompositorisch besonderen Bild-Momenten erkennbar werden.
Ihr umfangreiches, inzwischen fünf Jahrzehnte umspannendes Werk ist seit Ende der 1960er Jahre mit einer Unterbrechung ab Mitte der 1970er Jahre bis Ende der 1990er Jahre, in denen die Künstlerin in Paris lebte, in drei Phasen entstanden. Waren es zunächst ausschließlich Schwarz-Weiß-Porträts, mit denen Angelika Platen die Aufbruchstimmung und konzeptuellen Neuorientierungen der sich entwickelnden internationalen Nachkriegs-Kunstavantgarden zu eigenständigen Bildern von Künstlern werden ließ, erweiterte die Fotografin in den späteren Phasen ihr Werk auch bewusst um Porträts von Künstlerinnen und um den Bereich der Farbfotografie.
Die Ausstellung im Museum für Photographie Braunschweig zeigt in einer Doppelausstellung mit Elina Brotherus, die im Torhaus 2 gezeigt wird, wichtige Fotografien von Angelika Platen, mit denen sie das öffentliche Kunstgeschehens der späten 1960er und frühen 1970er Jahre dokumentierte. Grenzerweiterungen künstlerischer Kontexte und Aktionen wurden zu wichtigen gesellschaftlichen Beiträgen, die bis heute die formalen und aktionistischen Möglichkeiten der Kunst anschaulich werden lassen.
Ein Raum konzentriert sich dabei auf Joseph Beuys, dessen „Erweiterter Kunstbegriff“ ungewohnte Materialien wie Filz und Fett symbolisch behaftete und der sich mit politischen Protestaktionen dabei auch gegen ein Kunstestablishment widersetzte. Seine Objekte wurden später gleichwohl zu gesuchten und hochpreisigen Sammlerstücken.
Viele Porträts von Angelika Platen wurden zu Ikonen – hierzu zählt u.a. das berühmte Doppelporträt von Angelika Platen und Sigmar Polke im Spiegel. Es entstand bei einem Besuch des Künstlers in Willich Anfang der 1970er Jahre.
Ihre Sensibilität für besondere Augenblicke, Bildkompositionen und sinnstiftende Momente bilden die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst und ihrer Protagonist*innen in individueller Weise ab. Mit der Dokumentation einer Aktion von Daniel Buren in Düsseldorf werden Bezüge zu Braunschweig und Wolfsburg möglich.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung entsteht eine neue Edition und Veranstaltungen mit der Aalto Gesellschaft werden geplant.
Kuratiert von Barbara Hofmann-Johnson.
Kooperation
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit der halle267 – städtische galerie braunschweig, wo vom 20.02. – 29.03.2026 umfangreich das Porträtwerk von Angelika Platen in der Ausstellung Freudensprünge und andere Begegnungen. Porträts von Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Jahrzehnten gezeigt wird.
Ein umfassendes Programm begleitet beide Ausstellungen.