Philippe Halsman, Dalí Atomicus, ca. 1948, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2025 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg, Sammlung Dietmar Siegert Copyright © Philippe Halsman Estate 2026, Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador Dalí / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Philippe Halsman, Dalí Atomicus, ca. 1948, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2025 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg, Sammlung Dietmar Siegert Copyright © Philippe Halsman Estate 2026, Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador Dalí / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Ausstellungsdatum
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Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

Mit der Sonderausstellung »Alles surreal?!« würdigt die Staatsgalerie das 200-jährige Jubiläum der Fotografie und zeigt die Bedeutung des Mediums für die Künstlerinnen und Künstler des Surrealismus. In einem umfassenden Überblick werden auf 1.500 qm Ausstellungsfläche rund 250 Fotografien im Dialog mit Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Objekten und Filmausschnitten aus dem Bestand der Staatsgalerie, aber auch mit bedeutenden internationalen Leihgaben präsentiert. 1924 legt André Breton in Paris mit dem »Manifest des Surrealismus« den programmatischen Grundstein für eine der wohl berühmtesten und folgenreichsten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der Literatur erfassen surrealistische Tendenzen ab Mitte der 1920er-Jahre auch Malerei und Bildhauerei und bewirken überdies eine neuartige Ästhetik in den noch jungen Medien Film und Fotografie. Fotografinnen und Fotografen wie Brassaï, Dora Maar, Man Ray, Georges Hugnet, Denise Bellon oder Hans Bellmer wandeln fortan in ihren Aufnahmen auf dem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität und stellen dabei tradierte Narrative in Frage. »Erstmals nimmt eine Ausstellung die gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Medien im Surrealismus in einem solchen Umfang in den Blick. Damit leistet die Stuttgarter Ausstellung einen wichtigen Forschungsbeitrag, der über die zahlreichen Schauen zum Surrealismus Jubiläum 2024/25 hinausgeht,« sagt Dr. Jens-Henning Ullner, der die Ausstellung gemeinsam mit dem Fotoexperten Dr. Ulrich Pohlmann, ehemals Leiter der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum, kuratiert hat. Mittels ungewöhnlicher Perspektiven, Fotomontagen und Collagen loten die surrealistischen Fotografinnen und Fotografen die Grenzen des Mediums aus und heben bisherige Sehgewohnheiten aus den Angeln. Schockiert von der Sinnlosigkeit des Ersten Weltkriegs und beeinflusst von den Schriften Sigmund Freuds übersteigen ihre Werke zunehmend radikal die Ebenen von Vernunft und Verstand und lassen das Assoziative und Traumhafte in den Vordergrund treten. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder auch der menschliche Körper, der seziert und verfremdet wird, um einer vermeintlichen Wirklichkeit näher zu kommen. Mit ihren inszenierten Realitäten wagen die surrealistischen Künstlerinnen und Künstler einen Gegenentwurf zum Weltbild der bürgerlichen Gesellschaft mitsamt ihren als verlogen empfundenen Moralvorstellungen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Kunst der Moderne.