
Weiterentwicklung der DGPh-Förderpreise: Der Otto Steinert Preis im internationalen Kontext
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) bündelt ihre Nachwuchsförderung und entwickelt ihre Förderformate weiter. Der bisher von der Sektion Bild vergebene Otto Steinert Preis, DGPh-Förderpreis für Fotografie und der von der Sektion Kunst, Markt und Recht initiierte DGPh 4WARD | Emerging Photographer Award werden in einem gemeinsamen Format zusammengeführt. Der Otto Steinert Preis wird künftig international ausgeschrieben und um ausgewählte Aspekte des 4WARD-Konzepts ergänzt.
Zwei erfolgreiche Förderlinien – ein gemeinsames Konzept
Mit dem Otto Steinert Preis verfügt die DGPh über einen der traditionsreichsten Förderpreise für Fotografie in Deutschland. Seit 1979 unterstützt er herausragende fotografische Projekte durch Stipendien und bietet jungen Positionen eine Plattform für Sichtbarkeit und Weiterentwicklung.
Der 2024 erstmals vergebene 4WARD Award setzte gezielt am Einstieg in den internationalen Fotokunstmarkt an. Durch ein Nominierungsverfahren und die Einbindung von Akteur*innen des Kunstmarktes wurden gezielt Künstler*innen in einer frühen Karrierephase gefördert und sichtbar gemacht.
Mit der Zusammenführung beider Formate verfolgt die DGPh das Ziel, unterschiedliche Ansätze miteinander in einen offenen Dialog zu bringen: die kontinuierliche projektbezogene Förderung und künstlerische Entwicklung, wie sie der Steinert-Preis ermöglicht, ebenso wie die internationale Ausrichtung und den Austausch, die bislang den 4WARD Award geprägt haben. Zugleich soll die Förderung fotografischer Positionen gestärkt werden, die sich mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinandersetzen und neue Perspektiven auf gesellschaftlich relevante Themen eröffnen.
Internationale Vernetzung und Kontextualisierung
Mit der Weiterentwicklung wird der Otto Steinert Preis erstmals über Deutschland hinaus geöffnet. Ziel ist es, den Preis stärker im internationalen Kontext zu positionieren und ihn als relevante Plattform für zeitgenössische fotografische Positionen weltweit zu etablieren.
Zugleich wird der Zugang zum Preis neu ausgerichtet: Neben dem klassischen Bewerbungsverfahren sollen künftig auch kuratierte Nominierungen als ergänzende Möglichkeit einbezogen werden – als eine Form der Einladung und Kontextualisierung, die den Blick erweitert und unterschiedliche Positionen sichtbar macht. Die Jury wird dabei durch internationale externe Mitglieder ergänzt, um die inhaltliche Perspektive zu erweitern und die Auswahlprozesse, auch im internationalen Kontext zusätzlich zu schärfen.
Erweiterung des Förderverständnisses
Die inhaltliche Weiterentwicklung des Preises greift die Veränderungen fotografischer Praxis und ihrer Arbeitskontexte auf. Während der Otto-Steinert-Preis traditionell die Realisierung neuer fotografischer Projekte unterstützt, öffnet das neue Konzept den Blick für weitere Dimensionen künstlerischer Arbeit, darunter:
- Formen der Sichtbarkeit
- internationale Bezüge und Austausch
- kuratorische sowie institutionelle Zusammenhänge
So trägt die DGPh einem erweiterten Verständnis fotografischer Praxis Rechnung, die sich heute im Zusammenspiel visueller Positionen zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen, öffentlicher Wahrnehmung und unterschiedlicher Kontexte entfaltet.
Impulse für die Nachwuchsförderung der DGPh
Mit der Zusammenführung der beiden Förderpreise setzt die DGPh ein Zeichen für eine konzentrierte und zugleich vielschichtige Unterstützung junger Positionen.
Der neue Otto Steinert Preis steht künftig für eine Förderung, die künstlerische Qualität ebenso in den Blick nimmt wie die Einbettung in größere, auch internationale Zusammenhänge. Damit unterstreicht die DGPh ihren Anspruch, fotografische Entwicklungen aufmerksam zu begleiten und Räume für ihre Entfaltung zu eröffnen.