75 Jahre DGPh | 75 Interviews | 75 Perspektiven

75 Interviews, geführt mit 75 DGPh-Mitgliedern, eröffnen Einblicke in den inhaltlichen Reichtum der DGPh. Ausgewählt vom Vorstand, stehen sie generationenübergreifend stellvertretend für die vielen Felder der Fotografie, für die Vielfalt der Themen und Blickwinkel innerhalb der DGPh. Gemeinsam zeichnen die Interviews ein facettenreiches Bild ihrer Mitglieder und verweisen gleichzeitig auf die verbindende Kraft der Fotografie. Die Interviews anlässlich des 75-jährigen Bestehens der DGPh führte Ute Noll, Redakteurin und Kuratorin mit Schwerpunkt Fotografie, von der auch das Konzept für die Gesprächsreihe stammt.

Barbara Klemm: Sehen lernen von der Malerei

Demonstration gegen die Startbahn West, Frankfurt am Main, 1981 © Barbara Klemm
Demonstration gegen die Startbahn West, Frankfurt am Main, 1981 © Barbara Klemm
Barbara Klemm, geboren 1939 in Münster, zählt zu den prägenden Stimmen der deutschen Fotografie und hat die visuelle Erinnerung der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgestaltet. Als Fotografin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sie politische, gesellschaftliche und alltägliche Situationen beobachtet und in Bilder übertragen. Die Arbeiten sind geprägt von Zurückhaltung, Genauigkeit und Respekt vor dem Gezeigten sowie einer fotografischen Haltung, die sich weniger am einzelnen Bild als an Zeit, Wahrnehmung und Zusammenhang orientiert.

Juliane Rückriem: Abwesenheit ist keine Leere, sondern eine Spur

Passage Nantes © Juliane Rückriem
Passage Nantes © Juliane Rückriem
Juliane Rückriem, 1966 in Buir im Rheinland geboren, fotografiert seit ihrem sechzehnten Lebensjahr. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln war Fotografie in ihren verschiedenen beruflichen Stationen ein stetig wachsender Bestandteil, bis sie sich ihr schließlich ganz widmete. Seit rund zwanzig Jahren verfolgt sie freie fotografische Projekte, die sich mit Architektur auseinandersetzen: Parkhäuser und Tiefgaragen, Schwimmbäder, historische Passagen, Metrostationen, Gewächshäuser.

Roy Hessing: Licht als Werkzeug des Sehens

Fotoserie Pflanzensamen im Flug | Linde © Roy Hessing
Fotoserie Pflanzensamen im Flug | Linde © Roy Hessing
Roy Hessing, geboren 1966 in den Niederlanden, arbeitet seit 2007 als Fotograf am Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke und am Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München. Nach einem Studium der Biologie und einem Multimedia-Studium in Amsterdam verbindet er wissenschaftliche Neugier mit einem Interesse an den Grenzen des Sichtbaren.

Anja Schürmann: Bildung endet nicht beim Text

Anja Schürmann © Valerie Schmidt
Anja Schürmann © Valerie Schmidt
Anja Schürmann, geboren in Marburg, studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Musikwissenschaft und Psychologie und promovierte über die Bildbeschreibung als kunsthistorisches Medium. Sie ist Permanent Researcher am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), wo sie den Forschungsschwerpunkt Visual Literacy aufgebaut hat. Sie arbeitet zudem an einer Theorie des fotografischen Buchs und lehrte an der Universität Düsseldorf und an der Folkwang Universität Essen.