Bericht zur Tagung „Photographie in Medizin und Wissenschaft“

Die Sektion „Medizin – und Wissenschaftsphotographie“ hatte für den 13. und 14. Oktober zu der Tagung „Photographie in Medizin und Wissenschaft“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München Interessenten aus allen Bereichen der Photographie eingeladen. 

Zum traditionellen „Get Together“ im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München gab es gleich das erste Highlight, die Verleihung des DGPh-Preis für Wissenschaftsphotographie.
Die Auszeichnung wird von der Sektion verliehen und wurde zu deren sechzigjährigen Jubiläum nach längerer Pause erstmals unter dem neuem Namen wieder vergeben. Preisträger ist Jannis Wiebusch für seine Arbeit „Astronomische Observatorien in Deutschland“. Er hat im Rahmen seiner Bachelorarbeit vier bedeutende Observatorien in Deutschland besucht und photographiert. Die DGPh Preisträgerin von 1996, Ilka Kosmalsky, überreichte dem Preisträger die Urkunde und der Sektionsvorsitzende ein Objektiv aus der Sigma Art-Serie, gestiftet von der Firma Sigma.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einer eigens für diesen Abend zusammengestellten kleinen Ausstellung mit ca. 50 Photographien mehrerer Teilnehmer des Wettbewerbs. Wie auch der Preisträger hatten die anwesenden Photographen Gelegenheit über Ihre Arbeit zu sprechen. Die Ausstellung spiegelte das breite Betätigungsfeld der Wissenschaftsphotographie wieder.  Am anschließenden Abendessen mit den Referenten der Tagung nahmen viele Tagungsteilnehmern teil.  

Schwerpunkte der Vorträge am nächsten Morgen war Einsatz und Umgang mit der Photographie in den verschiedenen Bereichen der Wissenschaftsphotographie.

- Jürgen Schneider von der Imagic Bildverarbeitung AG erläuterte in seinem Vortrag "IT-Sicherheit im Gesundheitswesen" die Anforderungen an ein klinikweites Bildmanagement. Er ging vor allem auf die Voraussetzungen ein, die hochsensiblen medizinischen Daten, hier bildbasiert, zu schützen.
- Dr. Hans Kiening, Head of Business Unit Medical ARRI München, zeigte anhand faszinierender Beispiele aktuelle und zukünftige Möglichkeiten der volldigitalen (kamerabasierten) Operationsmikroskopie. Spezielle Software ermöglicht zum Beispiel einem Operateur, live durch das Mikroskop für das Auge nicht sichtbare Gewebeunterschiede zu erkennen. Die Firma ARRI feiert dieses Jahr ihr 100- jähriges Firmenjubiläum und wurde bisher mit 19 Oscars der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) ausgezeichnet.
- Der stellvertretender Bundesinnungsmeister Achim Rösch (DGPh) erklärte sich dankenswerterweise bereit, kurzfristig einen Ersatzvortrag zum Thema Automatisierte Photographie – 3D Scan zu halten. Ein Aufnahmeverfahren, das teilweise schon in der Plastischen Chirurgie  Anwendung findet. Der geplante Vortrag zur Digitalen Forensik fiel wegen Erkrankung des Referenten aus.
- Marc Eisele, Leiter des Medien Zentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, stellte die Struktur und den Aufgabenbereich eines Medien Zentrums am Beispiel des UK Dresden dar.
- Julia Brünig, korrespondierendes Mitglied der DGPh am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern, betitelte ihren Vortrag über Hochgeschwindigkeitsphotographie mit „Luag mol!“. Nach einer kurzen historischen Einführung über Eadweard Muybridge (das galoppierende Pferd) und Harold Edgerton, Professor am MIT (Massachusetts Institute of Technology), DGPh Kulturpreisträger der 1981, berichtete Julia Brünig über Ihre Arbeit am Institut und die heutigen Möglichkeiten der Hochgeschwindigkeitsphotographie in der Rechtsmedizin.
- Im Vortrag von Dr. Martin Schulz, Mitarbeiter der LMU München, ging es um Nahinfrarotfotografie zur Spurensicherung in der Forensik. Dabei beschrieb er, wie eine alte Technik zu neuem Leben erwacht.

Am Nachmittag fanden wie in der Vergangenheit die Parallelen Workshops statt.
- Astrid Eckert (DGPh) hielt ihren Workshop zum Thema Portraitphotographie von Wissenschaftlern. Zuerst zeigte sie Arbeiten, die sie für die TU München angefertigt hat, gefolgt von Aufnahme-Demonstrationen im Innenraum und bei herrlichem Herbstwetter im Park der LMU München. Im Abschluss des Workshops wurden die Photos besprochen.
- Raffael Pollak von der Firma Dedo Weigert Film GmbH (zweifacher Oscar Gewinner) hielt an seinem Stand im Foyer der LMU den Workshop Dedolight Präzisionslicht aus München.
Die Workshops wurden begeistert angenommen.

Rund um die Vorträge konnten die Teilnehmer in den Pausen Präsentationen der Firmen Sigma, Kaiser, Dedo Weigert und Imagic ansehen.

Von zahlreichen Teilnehmern erhielt die Sektion ein ausgesprochen positives Feedback.
Text Klaus Czerwinski + Friedrich M. Schmidt    Photo Astrid Eckert