8. DGPh-Bildungspreis an das Jugend-Photoprojekt VISTO BUENO von Anja Jensen

Pressemitteilung
22. September 2020

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Pressephotos zur Nutzung im Rahmen der Berichterstattung zum 8. DGPh-Bildungspreis frei.
En Casa / Dalia Ruiz Peralta / Niña, alle: © Anja Jensen

 

8. DGPh-Bildungspreis: Die Preisträgerin steht fest! Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) vergibt den Preis 2020 an das Jugend-Photoprojekt VISTO BUENO von Anja Jensen

VISTO BUENO, 1 Stadt, 4 Wochen, 200 Perspektiven auf CDMX /Ciudad de Mexico“ von Anja Jensen wird mit dem DGPh-Bildungspreis 2020 ausgezeichnet.

200 Jugendliche aus allen sozialen Schichten und verschiedenen Stadtteilen der 20 Millionen Metropole Mexico City nahmen im Sommer 2016 an dem Projekt der Hamburger Photographin Anja Jensen teil. Die mexikanischen Jugendlichen im Alter von 11-18 Jahren haben sich mit der Kamera auf die Suche nach dem gemacht, was sie in Mexiko-Stadt berührt und bewegt. In ihren Ferien, vier Wochen lang, täglich rund um die Uhr photographierten sie das Leben in ihrer Stadt. Ziel der photographischen Initiative war es, die Lebenswelt mit all ihren verschiedenen Erlebnissen, Erkenntnissen und Emotionen in einem Phototagebuch festzuhalten.

Bemerkenswert ist die völlig unterschiedliche Herkunft der Teilnehmer, die das gesamte Spektrum der mexikanischen Gesellschaft abbilden. Während die einen oft nur sporadisch zur Schule gehen und mit 15 Jahren bereits eigene Kinder zu versorgen haben, werden die anderen von den Sicherheitsleuten der Eltern zur Schule gefahren und abgeholt. Diese Vielfalt hat auch die Ergebnisse des Projektes eindrucksvoll geprägt Jugendliche aus Tépito, dem wohl berüchtigten Viertel der Stadt, haben Ihr Leben im Zentrum des größten Schwarzmarkts Latein-Amerikas genauso in den photographischen Fokus genommen wie Schüler des Colegio Madrid ihren Alltag in einer der elitärsten Traditionsschulen Mexikos.

Begleitet wurde das Projekt von 21 Workshops, in ihnen wurden den jungen Photographen Grundkenntnisse bildnerischer Gestaltung vermittelt. Sie bildeten auch das Forum sich untereinander auszutauschen, die Arbeiten in der Gruppe vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren.

Im Rahmen dieses Cultural Mappings entstanden mehr als 6.000 Bilder, von denen eine Auswahl sowie die sehr persönlichen Photo-Diarios in der Ausstellung VISTO BUENO präsentiert wurden. Eröffnet am 25. März 2017 im Museo Archivo de la Fotografía, einem Haus im historischen Zentrum Mexico Citys, das sich der Erhaltung, Forschung und Verbreitung der Photographie widmet, sahen während der dreimonatigen Laufzeit mehr als 15.000 Besucher die Präsentation.

 

Das Projekt Visto Bueno ist auf Einladung des Goethe-Instituts Mexico City zur Teilnahme am Deutschlandjahr in Mexico (Juni 2016-Juni 2017 / Año Dual Alemania- México 2016/2017), entstanden.

Die Jury des Bildungspreises hat die Reichweite des partizipativen nicht elitär angelegten Photoprojekts beeindruckt, das einen facettenreichen Ein- und Überblick der Lebensrealität einer heranwachsenden Generation gibt und damit zu einem historischen Dokument wird. Darüber hinaus ist es die große emotionale Identifikation der Teilnehmer mit dem Projekt, die bereits über die reine Dokumentation und das sehr authentische Tagebuch vermittelt wird.

Die diesjährige Jury fand per Videokonferenz zusammen. Sie bestand aus Heide Häusler, Kuratorin / Künstlerische Leitung Photoszene-Festival Köln, der Preisträgerin des vergangenen Jahres Nafiseh Fathollahzadeh sowie Dr. Sandra Abend, Berti Kamps und Manfred Koch vom Vorstand der Sektion Bildung. Die Jury konnte aus insgesamt 23 eingereichten Projekten auswählen.

Der Jury ist es ein Anliegen, zwei weitere Bewerbungen lobend zu erwähnen:

Das Crossmediale Projekt ENCOUNTERS OF TRANSCULTURAL PRACTICES IN BEIRUT: DESIGNING PROTOTYPES AND SPACES OF COMMUNICATION von Janna Lichter, in dem sie neue Kommunikationsräume erforscht und vorstellt. Und das Projekt Blitzlicht „Demokratie – eine multi- perspektivische Betrachtung des Wittelsbacher Gymnasiums – WBG – München, das aus dem Projekt „Demokratie und ihre Gefährdung“ erwachsen ist, an dem insgesamt sechs europäische Schulen teilgenommen haben.

Der 2013 von der DGPh ins Leben gerufene Bildungspreis fördert interessante Projekte im Bereich der Vermittlung von und mit Photographie -  innovative und nachhaltige Projekte sowie wissenschaftliche Arbeiten mit Praxisbezug. Dazu zählen kultur- und museumspädagogische Initiativen, in denen Photographie thematisiert oder eingesetzt wird, ebenso mediale Bildungsangebote zur Photographie sowie schulische und außerschulische Aktivitäten. Mit dem Bildungspreis soll die öffentliche Wahrnehmung photographischer Bildungsarbeit weiter erhöht und der Fokus auf das Medium Photographie als Kulturgut gelenkt werden.

Pressekontakt: Simone Klein (Presse/Kommunikation)
Sandra Abend (Vorsitzende der Sektion Bildung)
Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V. (DGPh)
Tel.: +49 (0)221 – 9 23 20 69
dgph@dgph.de