Ralf Meyer

Die beiden Photographen Dirk Gebhardt (Köln) und Ralf Meyer (Kiel) teilen sich den Dr.-Otto-Steinert-Preis 2002.

Kurzbiografie Ralf Meyer

  • 1966 in Bremen geboren
  • ab Ende 80er Jahre Beschäftigung mit Fotografie
  • Studium der Fotografie an der Muthesius-Hochschule in Kiel
  • Arbeit als freischaffender Fotograf

Auszeichnungen und Preise u.a.:

  • Auszeichnungen beim „AGFA-Preis für jungen Bildjournalismus“, 1999 und 2001
  • Preisträger des Wettbewerbs “foto-reflektionen“, Burgkloster Lübeck, 2001
  • Auszeichnung beim „Peter-Keetman-Preis“, 2002

 

Diashow: Otto Steinert Preis 2002

Exposé: Projekt „Architektonische Nachhut“

 

[slideshow]

 

Im Herbst 2001 begann ich mit einer ersten dokumentarfotografischen Annäherung an architektonische Hinterlassenschaften des Dritten Reiches. Gebäude – während der Zeit zwischen 1933 und 1945 entstanden – waren damals wie heute Sitz des Militärs, von Ministerien und großen Unternehmen. Flughafengebäude ebenso wie industrielle Produktionsstätten, Bunker und Brücken; Kult- und Repräsentationsbauten, wie auch private Wohnsiedlungen oder Stadtgründungen.

Es gab kein privates, „unkontrolliertes“ Bauen: jedes dieser Gebäude ist aus einer spezifischen Intention, einem bestimmten Auftrag heraus, errichtet worden. Diese implizierte Botschaft verliert das Gebäude jedoch nicht allein durch den Wandel der es umgebenden gesellschaftlichen Ordnung. Ist seine Botschaft also auch heute noch spürbar?

Menschen betrachten diese Gebäude, wohnen oder arbeiten in ihnen, kaufen dort ein oder begegnen ihnen ganz einfach im täglichen Stadtbild: welche Wechselwirkungen entstehen dadurch? Die stärkste Form der optischen Erinnerung in einer Stadt an ein geschichtliches Ereignis ist die Konfrontation der Öffentlichkeit mit der Architektur dieser Epoche.

Es geht jedoch nicht um eine reine Abbildung der Fassaden jener Bauten. Vielmehr steht die Fragestellung, wie mit Architektur einer vergangenen Gesellschafts- und Geschichtsepoche umgegangen wird und wie sie Teil des täglichen Lebens ist, im Vordergrund.
Wie verträgt sich das Leben des im 21. Jahrhundert mit den Ausprägungen des deutschen Faschismus der 30er und 40er Jahre?