Der Stand der Kameratechnik. Was ist noch zu erwarten?
Dietmar Wüller (DGPh), Image Engineering, Frechen:
Einen Überblick der gegenwärtigen Kameratechnik gab Dietmar Wüller, Image Engineering. Entwicklungen finden nicht nur in neuen Bereichen statt, wie dem HDRI oder in der dreidimensionaler Photographie. Auch scheinbar ausgereifte Technologien sind in Wirklichkeit nicht frei von Schwächen, beispielsweise der Autofokus digitaler Spiegelreflexkameras (DSLR). Das Problem ist, dass die AF-Sensoren nicht die Schärfe auf dem Sensor selbst messen. Ungenauigkeiten in der Justierung werden sofort sichtbar. Im Allgemeinen fokussieren Kompaktkameras, die den Bildsensor selbst zum Fokussieren nutzen, genauer. Wüller beschrieb als Innovationen den Phasenautofokus von Fuji, und die zur photokina vorgestellte Sony A55. Die Kamera greift eine bekannte Technik wieder auf, den Klappspiegel durch einen halbtransparenten Spiegel zu ersetzten. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Bildfolge erhöht werden kann, wie schon Anfang der 1970oer Jahre bei der High-Speed-Version der Canon F1. Sony hat zudem die Lage der AF-Sensoren ins Kameradach verlegt. Der Sucher ist elektronisch, es gibt kein optisches Dachkantprisma mehr.
Insgesamt beobachtet Wüller, wie zuvor schon Sabine Süsstrunk, die Verlagerung von Funktionen, die bisher nur offline am Computer durchgeführt werden konnten, in die Kamera selbst. Beispiele sind die Berechnung von HDR-Bildern aus Belichtungsreihen, Zusammensetzen von Panoramaaufnahmen und versierte Bildoptimierungen. Bridgekameras und Camcorder hält Wüller für Auslaufmodelle. Ohne dies näher auszuführen, erwartet er zukünftig Kameras mit gesteigerter Rechenleistung und die auf diese Art lernen „menschlich zu sehen.“
